Aktuelle Predigt

An dieser Stelle finden Sie die aktuelle Predigt von Pfarrer Steffen Kaltenbach. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir auswärtige Prediger nicht um die Veröffentlichung ihrer Predigten bitten.

Konfirmationsgottesdienst zum Sonntag Misericordias Domini, 5.5.2019,

10.00 Uhr in der Evang. Kirche Fornsbach

 

„wert – voll“

Psalm 8

Herr, unser Herrscher, wie machtvoll klingt dein Name auf der ganzen Erde!

            Deine Herrlichkeit strahlt über dem Himmel auf!

Schaue ich hinaus zum Himmel, staune ich über das Werk deiner Finger.

            Betrachte ich den Mond und die Sterne, die du befestigt hast, so frage ich:

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?

            Wie wertvoll ist das Menschenkind, dass du dich um es kümmerst?

Kaum geringer als Gott, so hast du ihn geschaffen.

            Du schmückst ihn mit einer Krone – sie verleiht ihm Herrlichkeit und Würde.

Die Werke deiner Hände hast du ihm anvertraut. (…)

            Herr, unser Herrscher, wie machtvoll klingt dein Name auf der ganzen Erde!

 

 

Lesung: Matth 13,44-45

 

Jesus sagt: Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.

Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte.

Und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

 

 

Predigt: wertvoll - Matth 13,44-45

 

Liebe Emily, liebe Jenny, liebe Luana, lieber Ben, lieber Benjamin, lieber Finn, lieber Kilian, lieber Max, lieber Niclas, lieber Niklas, lieber Silas, liebe Konfis unseres zweiten Konfirmationssonntags im Juni, liebe Eltern, Patinnen und Paten, liebe Familien, liebe Gemeinde,

 

wir feiern Konfirmation, und Ihr lasst euch festmachen, macht euch fest im Glauben an einen Gott, der uns Menschen ganz schön fordern kann. Nicht nur, weil Jesus mit seinem Leben ganz schön anspruchsvolle Erwartungen Gottes an uns Menschen formuliert, sondern auch weil er mit seinem Leidensweg einen alles andere als attraktiven Weg uns, seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern zumutet.

 

Christsein ist nicht nur attraktiv, Kirche ist nicht nur anziehend. Da wird es uns selbst schon manches Mal zur Frage, inwiefern es denn wertvoll ist, zu Jesus und zu seiner Kirche dazuzugehören.

 

Ich erinnere mich gut, wie andre zu mir aufgeschaut haben, als ich etwa 19 Jahre alt war. Sie haben aufgeschaut zu mir, weil ich meinen Glauben mit ein paar entschlossenen Entscheidungen verbunden habe. Kein Fleisch mehr essen, den Dienst an der Waffe verweigern, für andere mich engagieren. Das hat bei anderen damals Eindruck gemacht.

Ich staune über die Abstimmungsvorschläge aus eurer Runde, die das Leben besser, wertvoller machen können. Ich staune, weil ihr diese Ideen selbst ausprobiert habt oder weil ihr dazu stehen wollt. Konkret das Wertvolle am Leben wahrnehmen, euch konkret einsetzen für Begegnungen mit Oma und Opa, bereit sein, auch Geld für andere in die Hand zu nehmen. Oder sogar etwas dafür tun, dass weniger oft der Unterricht ausfällt. Ja, eure Ideen lassen mich staunen. Ihr wollt eine Welt, die für euch und für andere wertvolle Chancen bereit hält. Ihr kümmert euch um ein wertvolles Leben für euch selbst, für eure Familien und Freunde, für Mensch und Tier, für diesen Planeten.

 

Dabei ist es in breiten Kreisen unserer Gesellschaft aus der Mode gekommen, sich für eine bessere Welt stark zu machen. „Gutmensch“ ist zu Schimpfwort geworden wie „Frauenversteher“, „Öko“ oder Vegetarierin. In Kürze feiern wir 70 Jahre Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und ich stelle fest: Die Würde des Menschen ist nicht unantastbar. Dass wir alle wenig niedriger als Gott selbst von Gott gemeint sind, das ist oft nicht mehr zu spüren. Egoismus, Machogehabe, Ellenbogen bestimmen diese Welt. Und viele, viel zu viele werden zum Opfer.

 

Es ist nicht selbstverständlich, ein Gegenmodell zu vertreten: Eine für alle, statt nur für wenige Mächtige und Reiche, wertvolle Welt. Die Kirche Jesu Christi Kirche kann bei allen Schattenseiten solch eine wertvolle Gegenwelt im Blick behalten und auch schon leben.

Ja, zur Kirche zu gehören, ist auch nicht mehr cool – aber das war es vielleicht nie. Eine erste meiner Konfirmandinnen ist mittlerweile aus der Kirche ausgetreten. Mich schmerzt das. Weil ich auch von ihr ein Engagement für andere gekannt habe.

 

Konfirmation könnte heute heißen: Ihr lasst euch festmachen von Gott an seinem Versprechen einer neuen, einer wirklich wertvollen Welt für alle. Ihr lasst euch festmachen von Gott an seinem Ja der Taufe, an diesem einmaligen Ja, das euch ein für allemal zu einem in den Augen Gottes wertvollen Menschen gemacht hat. Konfirmation könnte heute für euch heißen: Ich lasst euch festmachen von Gott in seine Suchbewegung hinein, eine Suchbewegung nach einer Welt, wie sie wertvoll für alle sein kann.

 

Wir haben ein Mobbingexperiment gemacht, und haben von den Opfern dieses Heruntermachens erfahren, welche Verletzungen Mobbing in einem Menschen bewirken kann. Da geschieht nicht weniger als die Entwertung eines Menschen.

 

Lasst uns jetzt ausprobieren, wie Wertschätzung aussehen könnte, lasst uns probieren, wie Gottes Wertschätzung spürbar werden kann. Max, unser Mobbing-Opfer von vorher, wird auf unserem improvisierten Thron Platz nehmen, und wir lassen ihn Worte der Wertschätzung aus Gottes Perspektive hören. Dass dabei auch Denksprüche für euch Konfis zur Sprache kommen, ist kein Zufall. Denksprüche können Mutmachworte, Ermutigungen, und vor allem wertschätzende Kraftworte zum Leben sein.

 

·       Du bist du! Ein wertvoller Mensch unter Gottes Himmel.

·       Gott spricht: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.

·       Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, aber Gott sieht das Herz an.  

·       Mit deinem Gott kannst du über Mauern springen.

·       Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen.

·       Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

·       Du bist ein Teil von Gottes wunderbarer Welt!

·       So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben!

·       Bei Gott ist dein Heil und deine Ehre, der Fels deiner Stärke, deine Zuversicht ist bei Gott.

·       Gott nahe zu sein ist dein Glück!

·       Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

·       Gott hat dich wenig niedriger gemacht als er selbst es ist!

·       Gott spricht: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.

·       Freu dich, dass dein Name im Himmel geschrieben ist.

·       Ist Gott für dich, wer kann gegen dich sein?

·       Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.

·       Jesus Christus spricht: Ich lebe und du sollst auch leben.

 

Und: Wie fühlst Du dich nach diesen Worten? „Wertvoll!“

 

Ein Zeichen dafür, dass ihr wertvoll seid, ist die Perle an euren Ansteckern. Der Perlenhändler, so Jesus, verkauft alles, um eine besonders wertvolle Perle besitzen zu können. Und einer, der einen Schatz auf dem Feld entdeckt, - vielleicht ist er einfach darübergestolpert – er verheimlicht seinen Fund und kauft den ganzen Acker mitsamt dem Schatz. Ich sehe die Freude in den Augen des Perlenhändlers und des Ackerkäufers. Für Gottes wertvolle neue Welt etwas zu tun, muss nicht unattraktiv sein. Zu Jesu Suchbewegung nach Gottes neuer, wertvoller Welt zu gehören, zeugt auch von ganz schön viel Cleverness. Amen.

 

 

 

Predigt zu Joh 10,11-16 am 12.5.18, von Pfarrer Friedrich Gehring, Backnang

 

Die Botschaft von Jesus als dem guten Hirten ist Grundbestandteil schon des Religionsunterrichts in der Grundschule. 1971 wurde ich zu einem Sonderschulpraktikum an eine Sonderschule für verhaltensgestörte Kinder versetzt. Diese Kinder waren auffällig, weil sie in der Regel traumatische Erfahrungen hatten. Ich durfte alle Fächer unterrichten außer Religion, obwohl ich nach der Konzeption des „Therapeutischen Religionsunterrichts“ unterrichtete. Diese Konzeption wäre besonders für die verhaltensauffälligen Kinder dieser Schule heilsam gewesen. Aber sie war in Kirche und Pädagogik heftig angefeindet, weil sie nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch die krankmachende Schule  und Gesellschaft therapieren wollte. Damit galt man damals als Radikaler im öffentlichen Dienst und als untragbar. Es ergab sich, dass meine Tochter 40 Jahre später als gelernte Lehrerin an Sonderschulen für Erziehungshilfe an diese Schule kam. Ich erfuhr, dass dort kein Religionsunterricht stattfand, obwohl es sich um eine evangelisch diakonische Einrichtung handelte. Als Grund wurde angegeben, man sehe sich nicht in der Lage, diesen traumatisierten Kindern vom guten Hirten zu erzählen. Der zuständige Schuldekan hatte sich engagiert, war aber „grandios gescheitert“, wie mir der stellvertretende Schulleiter berichtete.

Meine Tochter hatte in ihrer Grundschulklasse zwei Mädchen, deren Mütter verstorben waren. Mangels Religionsunterricht versuchte sie es mit therapeutischem Deutschunterricht. Aus ihrer eigenen Schulzeit erinnerte sie sich an die Erzählung „Der Findefuchs“. Eine Füchsin mit vier Jungen trifft auf ein Füchslein, dessen Mutter vom Jäger erschossen worden war. Sie entschließt sich, das fünfte Junge mit durchzubringen. Auf abenteuerlichem Weg gelingt es ihr, auch dieses Füchslein vor Feinden zu retten und groß zu ziehen. Über Wochen wurde diese Erzählung im Unterricht bearbeitet, die Mädchen waren hoch interessiert bei der Sache. Am Ende sagte eines der Mädchen: Du, Frau Gehring, dia Füchsin hot a guats Herz, ond du, Frau Gehring, du bisch dia Füchsin.

Ich denke, ich muss nicht lange erklären, warum mir diese anrührende Erfahrung zum Problem der Verkündigung der Botschaft von Jesus als dem guten Hirten in der Grundschule eingefallen ist. Wir können traumatisierten Kindern nur dann vom guten Hirten Jesus erzählen, wenn wir selbst in die Fußstapfen Jesu treten und zu Hirtinnen und Hirten dieser Kinder werden. Durch die Fabel konnte das riesige Problem der mutterlosen Kinder angesprochen werden und es wurde die Perspektive aufgezeigt, dass andere Bezugspersonen die verstorbene Mutter ersetzen können. Ohne das mütterliche Engagement der Lehrerin wäre diese Perspektive nicht überzeugend geworden.

Meine Frau arbeitete vor 45 Jahren in einer therapeutischen Wohngemeinschaft für Mädchen in Frankfurt. Die Arbeit war nicht leicht und unter den Mitarbeiterinnen herrschte eine relativ goße Fluktuation. Ein Mädchen prägte den Begriff, die Betreuerinnen erschienen als „Mütter ohne Muttermilch“. Ein Mädchen aus der Gruppe führte mich zu ihrer ehemaligen Betreuerin im Rheingau, einer Nonne. Sie hatte unter anderem einen schwer traumatisierten Säugling in ihre Kinderschar aufgenommen, den sie etwa ein Jahr lang fast Tag und Nacht an ihrem Körper trug. Daran zeigte sich der heilsame Unterschied zu der fluktuierenden Mitarbeiterinnenschaft in der Wohngemeinschaft mit therapeutischem Anspruch.

Solche positiven Beispiele sind natürlich streng genommen denkbar auch ohne die Botschaft von Jesus als dem guten Hirten. Die Erzählung vom Findefuchs spricht etwas allgemein menschliches oder tierisches an. Ich möchte deshalb noch eine authentische Erfahrung hinzufügen, bei der deutlich wird, dass es eben doch sehr wichtig sein kann, dass wir diese Botschaft von Jesus gegen alle negativen Erlebnisse festhalten und weitergeben. Vor etwa 30 Jahren bekam ich den Brief der zweiten Ehefrau eines langjährigen Freundes. Sie hatte mit ihm einen Besuch bei der ersten Ehefrau und deren drei Töchter gemacht. Sie schrieb von dem Verdacht, der neue Partner der Mutter würde die Töchter sexuell missbrauchen. Ich bat brieflich um nähere Mitteilung der Beobachtungen, um in irgendeiner Weise tätig werden zu können, bekam aber keine Antwort.

Monate später rief mich mein Freund kurz vor Weihnachten an, er habe nun Konkreteres erfahren, stehe aber ganz kurz vor einer längeren Überseereise. Er bat mich, als Patenonkel der jüngsten Tochter und als Pfarrer an seiner Stelle aktiv zu werden. Ich erfuhr: Die mittlere der Töchter hatte es bei dem Partner der Mutter besonders schwer gehabt und ihre Not ihrem Tagebuch anvertraut. Der Täter hatte dieses endeckt und gelesen sowie die entsprechenden Seiten herausgerissen und drohte ihr daraufhin, wenn sie etwas ausplaudere, werde dies auf sie zurückfallen. Der ältere Bruder der Schwestern lebte schon in einer eigenen Wohnung 200 km entfernt. Seine Verlobte war Mitglied einer Freikirche. Von ihr hatte die mittlere Tochter gehört, dass wir in allen Lebenslagen auf Jesus vertrauen können und seine Hilfe erbitten dürfen. Daran erinnerte sie sich in ihrer großen Not und schrieb ihr. 

Ihr Brief kam natürlich sofort in die Hände des Bruders, der umgehend in seinem Ort  Anzeige bei der Kriminalpolizei erstattete. Es konnte erreicht werden, dass die älteste Tochter über Silvester zum Bruder durfte. Die mittlere Tochter bekam die Erlaubnis, in der Familie ihres Freundes in einem abgelegenen landwirtschaftlichen Anwesen Silvester zu verbringen. Als die Mutter am Silvesternachmittag mit dem Partner in dessen Wohnung gegangen war, setzte sich die jüngste mit der Schwester zusammen in die Familie von deren Freund ab. Die Familie hatte versichert, die Mädchen allenfalls auf Anweisung des Jugendamts herauszugeben. Um die Mittagszeit des Neujahrstags konfrontierte ich die Mutter telefonisch damit, dass ihre Töchter nicht so schnell zu ihr zurückkehren würden. Es dauerte allerdings bis zum Ende der Weihanchtsferien, bis der Mutter klar wurde, dass sie jetzt nicht mehr die Hirtin ihres Partners sein konnte, sondern die Hirtin ihrer Töchter werden und dem Partner das weitere Betreten der Wohnung untersagen musste.

Ich denke, ich muss nicht weiter erläutern, warum diese Erfahrung belegt, wie wichtig es ist, Kindern von Jesus als dem guten Hirten zu erzählen, gerade wenn sie zu Hause keine guten Hirten vorfinden. Zugleich wird aber wohl überdeutlich, dass wir bei solcher Verkündigung des guten Hirten nur glaubwürdig bleiben, wenn wir ohne Zögern bereit sind, in der Nachfolge Jesu selbst gute Hirtinnen und Hirten zu werden. Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Fälle von Missbrauch nicht nur in katholischen, sondern auch evangelischen Einrichtungen aufgedeckt werden. Dadurch  sind wir als Mitglieder unserer Kirche in besonderer Weise herausgefordert, den Opfern wirksam beizustehen und alles in unserer Kraft stehende zu tun, was der Vorbeugung dienen kann. 1985 hat mich eine Schülerin gebeten, das Thema Missbrauch im Religionsunterricht zu bearbeiten. Von da an habe ich in vielen Klassen versucht, Sensibilität für die Opfer zu entwicklen und  zu vermitteln, welche Therapieschritte und welche Vorbeugungsmaßnahmen hilfreich sein können. Ich habe deshalb die Hoffnung, dass eine Generation heranwächst, in der Opfer nicht mehr so alleine gelassen werden wie das früher vielfach geschehen ist. Vor 10 Tagen waren der Presse zu lesen über den Rückgang der kirchlichen Mitglieder und Finanzen bis 2060. Wenn wir uns in der Nachfolge Jesu konsequent bemühen, Hirtinnen und Hirten der Schwachen zu sein, dann ist mir um die Zukunft unserer Kirche nicht bange.   Wenn wir als Kirche eine Zukunft haben wollen, müssen wir uns schonungslos der Frage stellen, ob wir in der Vergangenheit eine solche Hirtenkirche waren bzw. was uns daran gehindert hat. Es ist nicht zufällig, dass die eingangs erwähnte Konzeption des „Therapeutischen Religionsunterrichts“ in unserer Kirche so heftig angefeindet war, dass sie kaum praktiziert wurde und erst in jüngster Zeit wieder ins Gespräch kommt. Sie war gesellschaftskritisch. Kritik an der Obrigkeit war aber nicht das Markenzeichen lutherischer Kirchen. Schon Jahre bevor Luther im Bauernkrieg auf die Seite der brutalen Herren getreten war, hat er aus dem 4. Gebot den Gehorsam gegen die Herrschenden abgeleitet. Dieses Gebot wollte aber ursprünglich die Versorgung alter Eltern sichern, damit auch die jetzt Jungen im Alter lange leben konnten in dem Land, das Gott ihnen gegeben hatte. Weil der Gott Israels als Hirt der Sklaven Israel aus Ägypten befreit hat, soll sein Volk Hirt der Schwachen sein für alle Zeit. Um solche soziale Verantwortung geht es auch Jesus in seiner Botschaft vom Reich Gottes. Luther hat aber seine Kirche bei aller Kritik an Papst und Kaiser schließlich doch auf die brutalen Fürsten gegründet. Der barmherzige Gott schenke uns als Kirche die Kraft, zur Barmherzigkeit mit den Schwachen und zu Jesus zurückzukehren. Amen.