Henri Arnaud

1177

Petrus Valdes in Lyon gründet die Bewegung. „Die Armen von Lyon“.

1182/83/84

Exkommunikation und Vertreibung aus Lyon: Ausbreitung v. a. nach Südfrankreich (Luberon), auch nach Oberitalien. Verurteilung als „Ketzer“ (im Unterschied zu den Franziskanern).

1231

Waldenser in Trier (Erste beurkundete deutsche Wirksamkeit).

1391-98

Verfolgungen in Deutschland.

1532

 

 „Synode“ von Chanforan (Val Angrogna, Piemont): Anschluss der Waldenser aus den Cottischen Alpen, aus dem Luberon und aus Kalabrien an die Reformation Genfer Prägung (G. Farel).

1545/61

Verfolgungen im Luberon und in Kalabrien (Ende der Bewegung).

1655

Massaker gegen Waldenser im Piemont.

1685/87

Bruch des Edikts von Nantes (1598): Verbot und Vertreibung im Chisone-Tal und im Piemont (Louis XIV., Herzog v. Savoyen). Flucht nach Deutschland und in die Schweiz (Lac Léman).

1689

Henri Arnaud: „Glorioso Rimpatrio.“

(Mehrtägiger Kampfmarsch durch die Alpen)

Schwur auf der Wiese von Sibaud, Val Pellice.

1698

Erneute Vertreibung aus dem Piemont. Deutsche Beheimatung.

Henri Arnaud in Württemberg: Erstmals Kartoffeln für die Schwaben!

1805-30

Eingliederung der Waldensergemeinden in Deutschland in die Evang. Landeskirchen.

1825/31…

Gründung von Dorfschulen (nach 1945 aufgegeben), des Collegio Valdese (bis heute) in den Valli.

1848 (17.2.)

Bürgerliche Rechte („lettere patenti“: Grunderwerb, freie Berufswahl) und Religionsfreiheit für die Waldenser im Königreich Sardinien – Piemont.

1855/1922

Facoltà Valdese di Teologia, erst in Torre Pellice, dann Rom.

1861

Königreich Italien (Vittorio Emmanuele II., Kanzler Cavour*): Grundgesetzliche Garantie als „culto tolerato“.

(*Die Väter des Barolo).

1922-45

Faschismus: Verbot der Kirchenpresse, der frz. Sprache auch im Gottesdienst, des Zugangs zu öffentlichen Ämtern.

Anschluss an die Resistenza.

„I valdesi sono tutti ribelli”

1929

 

1948

Lateranverträge: Konkordat Mussolini/Pius XI. erhebt die katholische Kirche zur Staatskirche; die Waldenserreligion wird „culto ammeso“ (zugelassene Religion). Nach dem Krieg: Gleichstellung aller (neu:) confessioni. Die römisch-katholische Kirche bleibt Staatskirche.

1951

Agape in Prali (Val Chisone) durch Tullio Vinay gegründet.

1961

Servizio Christiano in Riesi (Sizilien) durch Tullio Vinay begründet.

1979

Union mit der Methodistenkirche.

1984

Aufhebung des Konkordats (Ende der rk Staatskirche); bilaterale Verträge mit den Religionsgemeinschaften als Staatsaufgabe.

2005

Das 1. Ökumenische Denkmal Italiens in Pinerolo erinnert an die waldensischen Opfer der Inquisition.