Casa Valdese

Aula Sinodale

Waldenser in Italien

Unione delle Chiese Metodiste e Valdesi

(Steffen Kaltenbach)

 

 

Weltweit (Südamerika!) zählt die Waldenserkirche heute etwa 80.000 Mitglieder, davon 25-30.000 in Italien (Die Zahlen sind widersprüchlich).

 

 

Selbstbild:

Glaube an den dreieinigen Gott nach den altkirchlichen Bekenntnissen. Sola scriptura. Kirche sind (nie Gebäude = Tempel, sondern im Sinn von "Ekklesia"): „Alle, die an Gott glauben und nach seinem Wort leben. Er allein kennt sie.“ Kirche ist Dienerin, nicht Vertreterin Gottes.

 

Organisation:

Jährliche Synode und Tavola Valdese

(entspricht einem „Oberkirchenrat“).

Vor Ort: Kirchenrat aus gewählten Kirchenältesten, Regionalversammlungen.

Keine Pfarrerhierarchie! „Laienprinzip“.

 

Kirchengliedschaft:

Erwachsenentaufe oder Konfirmationsanmeldung.

 

Trennung von Staat und Kirche:

Staatliche Garantie der Religionsfreiheit, bilaterale Verträge (Art. 8 GG). Staatliche Zuschüsse werden von der Kirche nur für soziale Aufgaben akzeptiert/beantragt (Altenheime, Kindergärten, Schulen, Behinderteneinrichtungen, Flüchtlinge - nicht für die Kirche selbst (Pfarrer, Kult…).

Hierfür erbittet die Kirche auch den „Ottopermille“.

Reste der römisch-katholischen Staatskirche:

Kein evangelischer Religionsunterricht, kein Ethikunterricht, aber römisch-katholischen Religionsunterricht.

Bezahlung der Krankenhaus- und Gefängnispfarrer durch die Kirche (bei katholischen Vertretern: durch den Staat).

 

Ökumene:

 

Einheit durch Verschiedenheit.

1990: Gegenseitige Anerkennung mit den Baptisten.

 

Finanzierung:

Viele Spenden erreichen die Kirche, ohne die eine Existenz fraglich wäre. Dennoch leben die Pfarrer/innen auf niedrigstem Einkommensniveau.

Beispiel: Collegio Valdese: Kosten: 744 T €, davon Schulgeld…: 370 T€, Spenden 150 T€, 8/1000: 154 T€.

Ähnlich sind die Bauwerke aus der Mitte des 19.Jh zu sehen (Via Beckwith): Ohne Spenden aus dem Ausland wären die Einrichtungen der Waldenser so nicht denkbar.